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Schwieriger Nachteinsatz in der Cholerenschlucht


Medienmitteilung der Rega vom 12.01.2017

Schwieriger Nachteinsatz in der Cholerenschlucht
An der Rettungswinde unterhalb des Helikopters wurde die Patientin auf den Dachlandeplatz des Spitals geflogen.

In der Nacht auf Mittwoch rettete die Crew der Rega-Basis Wilderswil eine junge Frau aus der Cholerenschucht bei Thun. Diese hatte sich bei einem Sturz auf dem Wanderweg verletzt. Mit der Untersttzung von drei Bergrettern des Schweizer Alpen-Club SAC konnte sie gerettet und direkt an der Rettungswinde auf den Dachlandeplatz des Spitals geflogen werden.


Die Frau war mit zwei Begleiterinnen in der Nacht auf Mittwoch unterwegs und hatte sich bei einem Sturz so verletzt, dass sie nicht mehr weitergehen konnte. Der Unfallort befand sich auf halbem Weg in der Cholerenschlucht in der Nähe der Hundschüpfeflue und war nur schwer zugänglich. Eine der Begleiterinnen alarmierte mittels Notfall-App der Rega die Einsatzzentrale in Zürich. Die Einsatzleiterin bot aufgrund des unwegsamen Geländes und der kalten Witterung sofort den Rettungshelikopter der Basis Wilderswil sowie drei Bergretter des Schweizer Alpen-Club SAC auf, darunter einen Rettungsspezialisten Helikopter (RSH).

Einsatz der Rettungswinde in der Dunkelheit

Die enge Schlucht und der dichte Baumbestand verunmöglichten sowohl eine Landung als auch eine Rettungswindenaktion direkt am Unfallort. Die Crew von Rega 10, so der Funkname der Wilderswiler Crew, setzte den Notarzt und den RSH mit der Rettungswinde möglichst nahe an der Unfallstelle ab. Zwei weitere Bergretter erreichten die Unfallstelle ebenfalls zu Fuss. Nach der medizinischen Erstversorgung mussten die Retter die Patientin 100 Meter zu einer Lichtung tragen, damit diese an der Rettungswinde ausgeflogen werden konnte. Die Winde musste dabei auf die maximale Länge von 90 Metern ausgefahren werden. Patientin und Notärztin wurden direkt an der Rettungswinde auf den Dachlandeplatz des Spitals geflogen. Einsätze mit der Rettungswinde in der Nacht sind sehr anspruchsvoll, weil es für die Crews schwieriger ist, in der Dunkelheit die Distanzen einzuschätzen und das Gelände zu lesen. Erschwerend hinzu kamen bei diesem Einsatz der vom Rotorabwind herumgewirbelte Schnee sowie die enge Schlucht. Die zwei Begleiterinnen wurden von den Bergrettern zu Fuss aus der Schlucht begleitet.

2‘000 Rettungseinsätze seit der Einführung der Rega-App

Eine Million Mal wurde die Rega-App seit ihrer Einführung vor fünf Jahren bereits heruntergeladen. Auch im Ernstfall hat sie sich inzwischen bei rund 2‘000 Einsätzen bewiesen - und ist damit aus dem Rettungsalltag nicht mehr wegzudenken. Bei einer Direktalarmierung mittels Rega-App erhält die Einsatzzentrale automatisch die Koordinaten des Alarmierenden übermittelt. Der Einsatzleiter sieht den Standort des Anrufers auf einer digitalen Landkarte eingeblendet und erkennt sofort, wo Hilfe benötigt wird, wer alarmiert und auch wie lange beispielsweise die Handy-Batterie noch ausreicht. Seit Ende 2014 können die übermittelten Koordinaten von der Einsatzzentrale direkt ins Cockpit des Helikopters weitergeleitet werden.

Rega-Mediendienst
Adrian Schindler

 

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