Rega – Schweizerische Rettungsflugwacht

Jahresmedienkonferenz 2019: Die Rega-Drohne

Rega-Basis Dübendorf, 12. April 2019 

Anlässlich ihrer Jahresmedienkonferenz hat die Rega heute ein neues Einsatzmittel zur Suche von vermissten Personen vorgestellt: Die neu entwickelte Rega-Drohne soll selbständig grossflächige Suchgebiete abfliegen und ist mit verschiedenen Sensoren wie beispielsweise einer Wärmebildkamera ausgestattet. Damit steht künftig ein weiteres Einsatzmittel für die Suche nach Menschen in Not zur Verfügung. 

Seit rund eineinhalb Jahren arbeitet die Rega an ihrem eigenen Drohnen-Projekt. Die Rega-Drohne soll künftig bei Sucheinsätzen für vermisste, verletzte oder erkrankte Personen ergänzend zum Einsatz kommen, beispielsweise wenn schlechte Sichtverhältnisse den Einsatz eines Helikopters verunmöglichen. Solche Einsätze finden in enger Absprache mit anderen Einsatzpartnern, insbesondere mit den zuständigen Polizeibehörden, statt. Bis das Drohnen-System ab 2020 bei Suchaktionen eingesetzt werden kann, stehen weitere umfangreiche Testflüge an.

Sinnvolle Erweiterung des Einsatzspektrums

«Die Rega setzt seit ihrer Gründung modernste Technologien ein, um die Luftrettung weiter zu verbessern und noch mehr Menschen in Not zu helfen», sagt CEO Ernst Kohler. «Ich bin überzeugt, dass die Rega-Drohne das Einsatzspektrum der Rega nochmals erweitern wird», so Kohler. Bei der Entwicklung des Drohnen-Systems konnte die Rega ihre jahrzehntelange Erfahrung aus unzähligen Suchaktionen einbringen. Allein im letzten Jahr suchte die Rega rund 160-mal aus der Luft nach einer vermissten Person, weil ein begründeter Verdacht bestand, dass eine Person Hilfe benötigt.

Die Initiative selber ergriffen

«Wir haben die Entwicklung der Drohnen-Technologie seit ihren Anfängen verfolgt und waren immer davon überzeugt, dass Drohnen vor allem bei Suchaktionen unterstützen können», sagt Sascha Hardegger, Leiter Helikopter Einsatz und Projektverantwortlicher. Ein Drohnen-System, das die Anforderungen der Rega erfülle, existiere auf dem Markt bisher nicht. Insbesondere die Möglichkeit, eine verhältnismässig kleine, leichte und flexible Drohne über mehrere Kilometer Distanz und während mehrerer Stunden Einsatzdauer ohne Sichtverbindung zum Drohnen-Piloten einzusetzen, gebe es heute noch nicht. «Deshalb haben wir selber die Initiative ergriffen und die Rega-Drohne gemeinsam mit geeigneten Partnern entwickelt», so Hardegger. Inzwischen arbeitet die Rega seit rund eineinhalb Jahren intensiv an ihrem eigenen Drohnen-Projekt mit dem Ziel, dieses zusätzliche Einsatzmittel bald für Sucheinsätze zur Verfügung zu stellen.

Die Drohne sieht aus wie ein Mini-Helikopter

Mit drei Rotorblättern und einem Rotordurchmesser von etwas mehr als zwei Metern sieht die neue Rega-Drohne aus wie ein Mini-Helikopter und hat äusserlich nicht viele Gemeinsamkeiten mit handelsüblichen Multikopter-Drohnen. Bei einem Sucheinsatz fliegt sie in einer Höhe von 80 bis 100 Metern dank Satellitennavigation präzise und autonom grossflächige Suchgebiete auf einer vordefinierten Route ab. Anderen Luftfahrzeugen oder Hindernissen, wie beispielsweise Kabeln oder Helikoptern, weicht sie selbständig aus. Dafür sorgen Antikollisionssysteme sowie zahlreiche an Bord gespeicherte Informationen wie Geländemodell und Hindernisdatenbanken. Die Drohne wird nicht über dicht besiedelten Gebieten oder in Flugplatznähe eingesetzt. Zudem ist sie mit einem Notfallschirm ausgerüstet.

Sensoren an Bord zur Ortung von vermissten Personen

Verschiedene Sensoren an Bord der Drohne, darunter eine Wärmebildkamera, ermöglichen die Ortung von vermissten Personen. Ihre Signale und diejenigen der Kamera für Tageslicht werden mithilfe einer lernenden Software in Echtzeit an Bord der Drohne kategorisiert. Diese Software wird in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt. Wenn die Algorithmen aufgrund der Bildauswertung weniger Pixel eine Person vermuten, übermittelt die Drohne diese Information sofort an den Operator am Boden. Bei der Suche nach verletzten oder erkrankten Personen soll auch die integrierte Mobiltelefon-Ortung unterstützen: Damit kann die Rega-Drohne in unbesiedelten Gebieten auf einige hundert Meter Entfernung ein Mobiltelefon orten und so mit grosser Wahrscheinlichkeit auch dessen Besitzer finden. Der Prototyp dieses Geräts wird derzeit in Zusammenarbeit mit der Polizei, in deren Zuständigkeit die Notsuche nach vermissten Personen fällt, getestet. Dem Schutz sensibler Daten wird dabei spezielle Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Drohne als Ergänzung

«Auch wenn die Drohne selber unbemannt ist und automatisch fliegt, bedarf es einer gut ausgebildeten Drohnen-Crew, bestehend aus einem Operator und einem Piloten, welche die Suche mit den verschiedenen Einsatzkräften koordiniert und die Drohne sinnvoll einsetzt», erklärt Sascha Hardegger. «Nur das Zusammenspiel aller beteiligter Einsatzkräfte vor Ort ist bei schwierigen Personensuchen erfolgsversprechend. Die Drohne wird in bestimmten Fällen eine gute Ergänzung, jedoch kein Ersatz für den Rega-Helikopter und dessen Crew sein. Ist die Suche nach einer verletzten oder erkrankten Person erfolgreich, braucht es auch in Zukunft den Rega-Helikopter oder ein anderes Einsatzmittel, um diese zu retten oder medizinische Hilfe zum Patienten zu bringen.» 

Das Rega-Jahr 2018

Die Rega blickt auf ein intensives Einsatzjahr zurück: Die Einsatzzentrale der Rega organisierte im Jahr 2018 total 17'124 Einsätze und damit 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Durchschnitt entspricht das rund zwei Einsätzen pro Stunde – am Tag und in der Nacht. Häufiger in der Luft waren sowohl die Rettungshelikopter mit 12'573 Einsätzen (+6,8 %) als auch die Ambulanzjets mit 980 Einsätzen (+10,8 %). Dabei betreuten die Rega-Crews 11'579 Patienten (+7,3 %), was ungefähr 32 Patienten pro Tag entspricht. 
 

47'000 neue Gönnerinnen und Gönner im Jahr 2018

Die Gönnerinnen und Gönner ermöglichen der Rega mit ihrem Beitrag, die Luftrettung zugunsten der Schweizer Bevölkerung sicherzustellen. Die Rega freut sich über 47'000 zusätzliche Gönnerinnen und Gönner per Ende 2018, was im Vergleich etwa der Einwohnerzahl der Stadt Thun entspricht. Aktuell unterstützen 3,483 Millionen Gönnerinnen und Gönner die Rega.
 

Das Rega-Geschäftsjahr 2018

Im Jahr 2018 betrug der Betriebsertrag der Rega 166,2 Millionen Franken. Demgegenüber stand ein Betriebsaufwand von 164,1 Millionen Franken. Daraus resultiert ein positives Betriebsergebnis von 2,0 Millionen Franken. Das Jahres-ergebnis beträgt 2,8 Millionen Franken. Im vergangenen Jahr investierte die Rega vor allem in die Modernisierung der Rega-Flotte sowie in grössere IT-Projekte. Entsprechend ihrer strategischen Ziele ist die Rega fast zu 100 Prozent eigenfinanziert und benötigt zur Finanzierung der Investitionen kein Fremdkapital.

Jahresmedienkonferenz 2018: Die Rega empfängt ihren neuen Ambulanzjet

Zürich-Flughafen, 17. April 2018

Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega begrüsste heute den ersten ihrer drei neuen Ambulanzjets vom Typ Bombardier Challenger 650. Der neue Rega-Jet wurde auf Basis der bisherigen Flotte weiterentwickelt und bringt diverse Verbesserungen für Patienten und Crews. An der heutigen Jahresmedienkonferenz blickte die Rega auf das vergangene Jahr zurück: Mit 15'958 Einsätzen war die Rega 2017 so gefragt wie noch nie - sowohl im In- als auch im Ausland. Das entspricht einem Einsatz alle 33 Minuten. 

Der neue Ambulanzjet der Rega vom Typ Challenger 650 des kanadischen Herstellers Bombardier landete heute anlässlich der Rega-Jahresmedienkonferenz um 11:20 Uhr am Flughafen Zürich und wurde von der Flughafenfeuerwehr mit einem traditionellen Wasserbogen empfangen. Der Jet mit der Immatrikulation HB-JWA ist der erste von insgesamt drei neuen Ambulanzjets, die bis Ende 2018 zur Rega-Flotte stossen werden. Für Ernst Kohler, CEO der Rega, ist dies eine Investition in die Zukunft: "Der neue Rega-Jet gehört weltweit zu den modernsten zivilen Ambulanzflugzeugen und wir stellen so sicher, dass die Rega ihren Patientinnen und Patienten auch in den nächsten Jahren professionell und zuverlässig in aller Welt zu Hilfe kommen kann." Die Rega wird das Projekt im Zeitplan und im Rahmen der budgetierten 130 Millionen Franken abschliessen.

Challenger 650: Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

Der Challenger 650 ist ein Nachfolgemodell der drei bisherigen Rega-Jets Challenger des Typs CL-604, die seit 16 Jahren für die Schweizer Bevölkerung im Einsatz stehen - so lange wie noch kein Ambulanzjet in der Geschichte der Rega zuvor. Das Interieur und die medizinische Ausrüstung der Ambulanzflugzeuge der Rega sind Sonderanfertigungen: In den letzten vier Jahren hat ein Projektteam der Rega bestehend aus Piloten, Medizinern und Ingenieuren gemeinsam mit externen Spezialisten die neue Innenausstattung entwickelt. Die Modifikationen basieren nicht nur auf der Erfahrung mit dem Vorgängermodell CL-604, sondern auch auf dem gesammelten Wissen der Rega aus bald sechzig Jahren Repatriierung von erkrankten oder verletzten Personen.

Patienten profitieren von Verbesserungen in der Kabine und im Cockpit 

Die Patienten werden im Challenger 650 nicht nur von breiteren, multifunktionalen Liegen und weniger Lärm in der Kabine profitieren, sondern auch von modernster Technologie im Cockpit. Dank neuen Navigations- und Kommunikationsinstrumenten dürfen die Piloten neu beispielsweise über dem Atlantik höherliegende Flugrouten nutzen. Aufgrund des geringeren Luftwiderstandes in grosser Flughöhe benötigt der neue Jet auf diesen Routen weniger Treibstoff, was bei langen Distanzen weniger Tankstopps zur Folge hat. Urs Nagel, Chefpilot Jet der Rega: "Vor allem bei Langstreckeneinsätzen werden wir so unsere Patientinnen und Patienten in Zukunft schneller und ökonomischer in die Heimat bringen können." Zudem erhöht ein neuer Wetterradar die Sicherheit im Einsatz und eine Infrarotkamera ermöglicht, künftig Flugplätze bei schlechteren Wetterbedingungen als heute anzufliegen - ein sicherheitsrelevanter Vorteil für die Jetpiloten der Rega, welche jedes Jahr mehr als 400 verschiedene Flugplätze auf der ganzen Welt ansteuern.

Die Rega organisiert jedes Jahr die Repatriierung von mehr als 1'200 Patienten

Mit den drei eigenen Ambulanzjets oder an Bord von Linienflugzeugen bringen Rega-Crews im Ausland erkrankte oder verletzte Patienten zurück in die Heimat. Zur medizinischen Crew im Rega-Jet gehören immer mindestens ein Flugarzt und eine Intensivpflegefachperson. Im vergangenen Jahr repatriierte die Rega 1'249 Patienten, davon 901 Patienten in einem der drei Rega-Jets. Für 348 Patienten organisierte die Rega-Einsatzleitung den Transport an Bord eines Linienflugzeuges, je nach Bedarf in Begleitung eines Flugarztes oder einer Intensivpflegefachperson der Rega.

Neue Flotte - neuer Anstrich

Die Rega erneuert derzeit auch einen Teil ihrer Helikopterflotte: Bis Mitte 2019 werden sechs neue Rettungshelikopter vom Typ Airbus Helicopters H145 die EC 145-Mittellandflotte der Rega ersetzen. 2021 stossen die drei allwettertauglichen Rettungshelikopter vom Typ AW169-FIPS dazu. Die Rega nimmt die Modernisierung ihrer Flotte zum Anlass, auch ihr mehr als zwanzig Jahre altes Logo aufzufrischen. Der neue Ambulanzjet Challenger 650 mit der Immatrikulation HB-JWA ist das erste Luftfahrzeug der Rega, welches den neuen Anstrich erhalten hat.

Das Rega-Jahr 2017

Rega half im Schnitt 29 Patienten pro Tag

Die Rega blickt auf ein intensives Einsatzjahr zurück: 2017 organisierte die Einsatzzentrale 15'958 Einsätze (+5,7 %). Sowohl die Rettungshelikopter als auch die Ambulanzjets waren 2017 häufiger in der Luft als noch im Vorjahr: 11'774 Einsätze mit Helikoptern (+6,5 %) und 886 Einsätze mit den eigenen Ambulanzjets (+3,3 %) wurden von der Einsatzleitung organisiert. Dabei betreuten die Rega-Crews mit insgesamt 10'788 Patientinnen und Patienten (+7,1 %) durchschnittlich 29 Patienten pro Tag. 

60'000 neue Gönnerinnen und Gönner im Jahr 2017

Dank der Unterstützung ihrer Gönnerinnen und Gönner kann die Rega als gemeinnützige, private Stiftung eine flächendeckende, medizinische Grundversorgung aus der Luft erbringen - ganz ohne staatliche Subventionen. Auch 2017 durfte sich die Rega über eine wachsende Unterstützung freuen: Per 31. Dezember 2017 waren insgesamt 3,436 Mio. Gönnerinnen und Gönner im System der Rega erfasst. Dies entspricht einer Zunahme von rund 60'000 neuen Gönnerschaften oder 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im 2017 trugen die Gönnerinnen und Gönner mit ihren Spenden und Gönnerbeiträgen 63 Prozent der Gesamtkosten der Rega. Die übrigen Kosten übernehmen hauptsächlich Kostenträger wie Versicherer in Form von Zahlungen für geleistete Einsätze.

Jahresmedienkonferenz 2017: Rega setzt auf Laser zur Hinderniserkennung

Zürich-Flughafen, 6. April 2017

Die Rega setzt als erste zivile Luftrettungsorganisation der Welt auf ein lasergestütztes Hinderniswarnsystem – für noch mehr Sicherheit von Patienten und Crews. An ihrer Jahresmedienkonferenz blickt die Rega zudem auf ein intensives Jahr zurück: Mehr als 15'000 Einsätze und weiterhin steigende Gönnerzahlen zeigen, dass die Rega gebraucht und geschätzt wird.

Um die Sicherheit für Patienten und Crews im Einsatz weiter zu erhöhen, testet die Rega gemeinsam mit dem Helikopterhersteller Leonardo ein lasergestütztes System zur automatischen Erkennung von Luftfahrthindernissen. Die Sensor-Einheit des Systems scannt mit einem Laser permanent die Umgebung vor dem Helikopter und erkennt auch dünne Kabel und Masten in bis zu zwei Kilometern Entfernung. Ein akustisches Signal warnt die Piloten vor Hindernissen, die zudem auf einem Bildschirm im Cockpit sowie auf einem sogenannten Head-Up-Display im Sichtfeld des Piloten dargestellt werden. Der grosse Vorteil im Vergleich zu passiven Warnsystemen, die auf eine Flughindernis-Datenbank zurückgreifen: Das System warnt auch vor Hindernissen, die auf keiner Karte eingezeichnet sind.

Testflüge in den Bergen im Frühling 2017

Das Einsatzgebiet der Rega zeichnet sich durch eine anspruchsvolle Topographie und viele Luftfahrthindernisse aus. Nun sollen gemeinsame Testflüge mit dem Hersteller zeigen, wie präzise und zuverlässig das System, das bereits in einigen Militärhelikoptern erfolgreich eingesetzt wird, in Bergtälern mit vielen Luftfahrthindernissen, wie zum Beispiel Seilbahnkabel und Heuseilen aus der Berglandwirtschaft, funktioniert. Die Testflüge finden diesen Frühling gemeinsam mit dem Hersteller Leonardo in Norditalien statt. Das System soll ab 2021 in den drei neuen allwettertauglichen Rettungshelikoptern AW169-FIPS eingesetzt werden. Rega-CEO Ernst Kohler sagt: «Die Sicherheit unserer Patienten und Crews hat bei der Rega oberste Priorität. Wir streben stets nach Verbesserungen sowie einer weiteren Erhöhung der Sicherheit und unternehmen diesbezüglich enorme Aufwendungen, sei es in der Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden, sei es in organisatorischer Hinsicht, oder eben beim Einsatz modernster Technik.»

Video-Laryngoskop: Eine Kamera für bessere Sicht

Auch in der Medizin setzt die Rega zur Verbesserung der medizinischen Versorgung ihrer Patienten auf modernste Technik. So stellt sie ihren Crews beispielsweise neu ein Video-Laryngoskop zur Sicherung der Atemwege von Patienten zur Verfügung. Es verfügt an der Spitze des Spatels neben der Lichtquelle zusätzlich über eine winzige Kamera, welche die Signale an einen kleinen Bildschirm überträgt. In Spitälern kommt das Video-Laryngoskop zur bildunterstützten Intubation bereits seit längerer Zeit zum Einsatz. Nun steht der Rega ein technisch weiterentwickeltes, mobiles und robustes Video-Laryngoskop zur Verfügung, welches auch ausserhalb des Spitals, bei Wind und Wetter, eingesetzt werden kann. Durch den Bildschirm hat nicht nur der intubierende Notarzt freie Sicht, sondern auch der Rettungssanitäter oder die Pflegefachperson, welche assistieren. Die Crew der Rega-Basis Bern hat das Video-Laryngoskop ein Jahr lang erfolgreich auf Rettungseinsätzen getestet. Sie war damit sogar im grellen Sonnenlicht und im Schnee, um zu prüfen, ob das Bild auf dem Display noch gut zu erkennen ist. Das neue Video-Laryngoskop gehört nun in Kürze zur Standardausrüstung der Rega-Flotte.

Erneut über 15'000 Einsätze in einem Jahr

Die Einsatzzentrale der Rega organisierte 2016 mit insgesamt 15‘093 Einsätzen etwas mehr Einsätze als im Vorjahr (+ 0,3 %). Die Anzahl der Helikopter-Einsätze ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (11‘055, - 1,2 %). Allgemein widerspiegeln die Helikopter-Einsatzzahlen die Wetterbedingungen und das Freizeitverhalten der Menschen in der Schweiz. Aufgrund des warmen und entsprechend schneearmen Winters 2016 flogen die Helikopter etwa in den Monaten Januar (- 4,7 %) und Februar (- 17,6 %) deutlich weniger Einsätze als 2015. Im Gegensatz dazu sorgt der überdurchschnittlich sonnige September (+ 18,2 %) für intensive Einsatztage.

Zugenommen haben derweil die Einsätze der drei Ambulanzjets der Rega: Diese brachten in 858 Einsätzen (+ 4,6 %) insgesamt 869 Patienten (+ 5,3 %) aus aller Welt zurück in die Schweiz. Deutlich zugenommen hat auch die Zahl der Patienten, die an Bord von Linienflugzeugen repatriiert wurden (354, + 12 %). Diese Alternative zum Ambulanzjet wird immer dann eingesetzt, wenn der Zustand des Patienten ausreichend stabil ist und der Transport für Patienten und Mitreisende zumutbar ist.

Erfreuliche Entwicklung der Gönnerschaft

Die Gönnerinnen und Gönner bilden das Rückgrat der Rega. Sie trugen 2016 mit ihren Beiträgen mehr als 60 Prozent der Gesamtkosten und ermöglichen so der Schweiz ein Luftrettungssystem, das weltweit Massstäbe setzt und hohe Anerkennung geniesst. Insgesamt 3,376 Mio. Gönnerinnen und Gönner unterstützten per 31. Dezember 2016 die Rega. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von rund 93‘000 Personen. Ernst Kohler, Rega-CEO ist dankbar über den anhaltend grossen Rückhalt in der Schweizer Bevölkerung: «Dank der Solidarität unserer Gönnerinnen und Gönnern können wir unabhängig von staatlicher Finanzierung oder kommerziellen Interessen handeln und das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt stellen.»