Was sind Ihre Aufgaben als Verantwortliche Berufsbildung?
Ich trage die Hauptverantwortung für alle Lernenden, die bei der Rega eine Ausbildung im Bereich KV, IT oder Logistik machen. Das heisst, dass ich während der ganzen Lehrzeit die zentrale Bezugsperson für die Lernenden bin und die professionelle, interne Ausbildung aller Lehrberufe sicherstelle. Im Bereich KV bin ich zudem Berufs- und Praxisbildnerin. Ich zeige den Auszubildenden unsere Abläufe, unterstütze sie bei ihrer Arbeit im Alltag oder involviere sie im Rekrutierungs- und Onboardingprozess von neuen Lernenden.
Wie sieht die Betreuung im Alltag aus?
Die Lernenden werden stets von engagierten Praxisbildnern begleitet und unterstützt. Der persönliche Austausch mit den Lernenden ist mir trotzdem sehr wichtig. Deshalb treffe ich sie regelmässig zu einem Kaffee oder zu einem Mittagessen. Dank dieses engen Kontakts weiss ich, wie es ihnen geht, und kann sie auf Wunsch auch unterstützen.
Wie viele Lernende bildet die Rega derzeit aus?
Pro Lehrjahr sind bei uns jeweils zwei Personen im KV und je eine weitere in der Logistik und ab Sommer eine im Bereich Mediamatik beschäftigt. Insgesamt bilden wir acht Lernende aus.
Wie erleben die Lernenden diese Zeit?
Am Anfang ist die Ausbildungszeit sicherlich intensiv. Da geht es zuerst einmal darum, viel Fach- und Praxiswissen zu vermitteln. Im Laufe der Zeit übernehmen die Lernenden dann mehr Verantwortung und sollen ihre Aufgaben immer selbstständiger erledigen, bevor sie in die nächste Abteilung oder das nächste Semester wechseln. Am Ende der Lehre sind die meisten ziemlich unter Druck, weil die Qualifikationsverfahren anstehen.
Bietet die Rega auch Zweitausbildungen an?
Ja, wir bilden pro Jahr zwei Helikoptermechanikerinnen oder Helikoptermechaniker aus. Diese Personen verfügen alle über eine abgeschlossene Lehre und absolvieren eine zweite Ausbildung bei der Rega.
Was macht die Rega als Ausbildungsbetrieb attraktiv?
Die Berufsbildung geniesst bei uns einen hohen Stellenwert, und ausserdem sind wir als Lehrbetrieb sehr vielseitig. Die Lernenden erhalten Einblicke in verschiedene Abteilungen, und sie dürfen früh Verantwortung übernehmen. Was uns ebenfalls auszeichnet, ist die familiäre Atmosphäre. Bei der Rega kennt und grüsst man sich, wir sind kein anonymer Betrieb. Die Lernenden sind vom ersten Tag an Teil der Rega und werden als vollwertige Teammitglieder behandelt. Sie schätzen das enorm und teilen uns das auch immer wieder mit.
Was nehmen die Lernenden nach drei Jahren mit?
Neben dem schulischen und praktischen Wissen haben sie noch mehr im Rucksack. Sie können Verantwortung übernehmen und selbstständig arbeiten. Sie können Herausforderungen meistern und im Team agieren. Dazu gehört auch, dass sie Prioritäten setzen und Probleme ansprechen können. All dies ist eine sehr gute Grundlage für das weitere Berufsleben.
Endet die Anstellung nach der Lehrzeit?
Oft können wir interessierten Lehrabgängerinnen eine Anschlusslösung bieten, wenigstens befristet. Das ist schön, weil sie wertvolle Mitarbeitende sind. Manche haben aber auch eigene Pläne, gehen auf Reisen oder machen die Berufsmatur.
Was macht Ihnen am meisten Freude an Ihrer Arbeit?
Dass ich die Lernenden begleiten kann. Sie starten bei uns mit 15 oder 16 Jahren, am Ende der Lehre sind sie 18 oder 19. Dazwischen liegen Welten. Ich bin stolz, wenn ich sehe, wie sich unsere Lernenden in dieser Zeit entwickeln – fachlich wie auch sozial. Zudem freue ich mich, dass wir top ausgebildete Fachleute in die Berufswelt entlassen. Nicht zuletzt finde ich den Austausch mit unseren Lernenden immer wieder sehr bereichernd. Sie tragen neue Ideen und Kompetenzen in die Rega, und das bringt uns alle weiter.