Der Rettungshelikopter mit der Immatrikulation «HB-TIO» verfügt dank des neuen Fünfblattrotors über eine um 150 Kilogramm höhere Nutzlastkapazität. Dadurch hat die Crew bei Einsätzen deutlich mehr Leistungsreserven. Zudem reduziert das fünfte Rotorblatt die Vibrationen in der Kabine erheblich. Die komplett neu konzipierte Helikopterkabine wurde gegenüber dem Vorgängermodell weiter verbessert und bietet Patientinnen, Patienten und Crew optimale Bedingungen sowie genügend Platz für medizinische Spezialausrüstung. Ein neues Navigations- und Avioniksystem im Cockpit erlaubt künftig noch präzisere Anflugverfahren im Instrumentenflug und zusätzliche Scheinwerfer ermöglichen eine bessere Ausleuchtung von Landeplätzen im Gelände bei Nachteinsätzen.
Rettungshelikopter für ein breites Einsatzspektrum
Die Erstfelder Rega-Crew fliegt jährlich über 900 Einsätze. Dass sie in wenigen Flugminuten nicht nur das Hochgebirge, sondern auch das Mittelland erreicht, spiegelt sich im breit gefächerten Einsatzspektrum wider. Obschon auf einer Höhe von nur 460 Metern über Meer gelegen, gilt «Rega 8» als Gebirgsbasis. Entsprechend aufgeteilt sind die Einsätze der Crew: Im Sommer sind es hauptsächlich Bergunfälle, während die Einsatzcrew in den Wintermonaten oft für verunfallte Wintersportler ausrückt. Neben Verkehrs- und Arbeitsunfällen spielen auch Verlegungen von Spital zu Spital eine grosse Rolle. Die Crew wird aufgrund der zentralen Lage der Basis oft auch für Einsätze in anderen Regionen aufgeboten.
Grösstes Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Rega
Die Einsatzbasis Erstfeld ist schweizweit erst die zweite Gebirgsbasis der Rega, die nach intensiven Trainings und Vorbereitungen den Wechsel zu einem komplett neuen Helikoptertypen vollzieht. Der neue Rettungshelikopter ersetzt die bisherige Einsatzmaschine, eine AgustaWestland AW109 SP Da Vinci, die über 16 Jahre lang für Patientinnen und Patienten im Einsatz gestanden hatte. Mit der Inbetriebnahme des neuen Rettungshelikopters in Erstfeld sind nun bereits neun von total 14 Einsatzbasen der Rega mit einem Rettungshelikopter der neuesten Generation ausgestattet.
Ausschlaggebend für das grösste Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Rega war der Ersatz der elf Gebirgshelikopter des Typs AgustaWestland AW109 SP Da Vinci. Mit der Einführung einer Einheitsflotte nutzt die Rega künftig auf allen Basen denselben Helikoptertyp. Diese Vereinheitlichung senkt nicht nur die Kosten für Beschaffung und Ersatzteile, sondern verringert auch den Aufwand für Training und Ausbildung der Crews erheblich.