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Im Sommer aktiv: Warum sich die Rega-Gönnerschaft für alle lohnt

Ob beim Wandern vor der Haustür oder beim Reisen im Ausland: Die Sommermonate laden zu Aktivitäten ein. Warum eine Rega-Gönnerschaft jetzt für den Alltag und die Ferien sinnvoll ist – auch wenn man bereits gut versichert ist –, erklärt Kelly Gray, Teamleiterin Einsatzmanagement, im Interview.

In der Bevölkerung hält sich das Gerücht, die Rega sei nur für Alpinisten oder Extremsportler da. Stimmt das?

Das ist ein Missverständnis. Unsere Crews rücken keineswegs nur nach Freizeit- oder Bergunfällen aus. Die mit Abstand häufigste Ursache für einen Einsatz mit unseren Rettungshelikoptern und Ambulanzjets sind akute Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Hirnschläge. Das kann jeden von uns treffen – mitten im Alltag oder im Sommerurlaub.

Gibt es ein Beispiel, wie schnell eine Situation harmlos beginnt und eskaliert?

Ja, ein Fall von Ende Mai: Eine ältere Dame verpasste ihren Bus und ging zu Fuss weiter. Sie kam vom Weg ab, verirrte sich im Wald und war schliesslich im steilen Gelände blockiert. Sie war völlig unverletzt, kam aber weder vor noch zurück und hatte grosse Angst abzustürzen.

Unsere Crew musste sie an der Rettungswinde evakuieren. Aus einem verpassten Busticket für wenige Franken wurde so ein Rettungseinsatz, der mehrere tausend Franken kostet.

Aber ist man in solchen Fällen nicht ohnehin versichert?

Nein, bei unverletzten Personen ist in der Regel weder die Unfallversicherung noch die Krankenkasse zahlungspflichtig. Für reine Evakuationen müssen die Betroffenen in der Regel selbst aufkommen, es sei denn, sie verfügen über eine Gönnerschaft.

Wie sieht es aus, wenn jemand verletzt oder erkrankt ist? Ist ein Transport mit dem Rettungshelikopter nicht «automatisch» versichert?

Nein. Das ist abhängig von der persönlichen Situation und davon, ob es sich um einen Unfall oder um eine Krankheit handelt:

  • Bei Unfällen: Die Unfallversicherung der Erwerbstätigen übernimmt die Rettungskosten meist vollumfänglich.
  • Bei Krankheiten oder Unfällen von Nicht-Erwerbstätigen (z. B. Kinder, Rentner): Die Krankenkasse zahlt bei einer gesetzlich anerkannten Rettung nur die Hälfte, bis maximal 5'000 Franken pro Kalenderjahr. Ein Helikoptereinsatz kostet im Schnitt 4'500 Franken – bei einer aufwändigen Suchaktion schnell das Doppelte.
  • Bei Evakuationen: Wer unverletzt evakuiert werden muss (wie die Dame im Wald), trägt die Kosten oft komplett selbst. Die Rega kann aber ihren Gönnerinnen und Gönnern ihre Einsatzkosten als Dank für die Unterstützung erlassen – und tut es auch.

Die Rega-Gönnerschaft ist keine Versicherung, sondern ein Solidaritätsbeitrag, der im Ernstfall finanzielle Lücken schliessen kann.

Wie hilft die Rega bei Notfällen im Ausland?

Unsere Beratungsärzte arbeiten mit den behandelnden Ärzten im Ausland zusammen. Sie klären bei schweren Erkrankungen oder Unfällen im Ausland die medizinischen Optionen ab und können oft schon telefonisch weiterhelfen, indem sie beispielsweise Diagnosen übersetzen und einordnen. Ist eine Repatriierung angezeigt, organisieren wir diese.

Wir unterstützen die Koordination mit den Versicherungen und klären die Kostenübernahme. Darüber hinaus stehen wir den Betroffenen mit beratenden Gesprächen zur Seite.

Kürzlich erkrankte eine Schweizerin in Südfrankreich an einer schweren Darmentzündung. Nach der Stabilisierung vor Ort organisierte unsere Jet-Einsatzzentrale den Rücktransport im Linienflug in die Schweiz, wo sie weiter untersucht wurde.

Fliegen Gönnerinnen und Gönner nicht immer im Rega-Ambulanzjet nach Hause?

Nein. Allein 2025 haben wir für 310 Personen die Rückreise an Bord eines Linienflugzeugs organisiert – oft begleitet von einer Intensivpflegefachperson oder einem Flugarzt der Rega. Diese ökonomische und ökologische Alternative nutzen wir dann, wenn der Zustand von Patientinnen und Patienten stabil genug ist und ausreichend Sitzplätze verfügbar sind. Die Ambulanzjets werden vor allem für die Rückführung von Intensivpatienten eingesetzt. Wir helfen dort, wo es medizinisch sinnvoll ist – ein Rechtsanspruch auf eine Repatriierung besteht jedoch nicht.

Gilt das System auch für Expats, die nur vorübergehend in der Schweiz leben?

Absolut. Wer hier lebt, reist und arbeitet, ist eingeladen, Teil unseres solidarischen Systems zu sein. Die Rega ist eine gemeinnützige Stiftung und wird nicht vom Staat finanziert. Nur dank der Beiträge unserer Gönnerinnen und Gönner können wir unsere 14 Einsatzbasen sowie die drei Ambulanzjets rund um die Uhr einsatzbereit halten und im Durchschnitt pro Tag rund 35 Patientinnen und Patienten helfen.

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