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Wetter richtig einschätzen

Gewitter, Nebel oder plötzlicher Schneefall: Wer Wetterumschwünge früh genug erkennt und richtig darauf reagiert, reduziert Risiken bei Outdooraktivitäten deutlich. Wir erklären, was im Notfall zu tun ist.

Gute Sicht, angenehme Temperaturen, stabile Verhältnisse: So stellt man sich einen Tag draussen vor. Doch trotz optimistischer Prognose kann das Wetter rasch und unerwartet kippen. Aus Sonnenschein wird Gewitter, aus klarer Sicht dichter Nebel, aus angenehmen Temperaturen plötzlich winterliche Bedingungen. Solche Wetterumschwünge sind häufig der Grund dafür, dass Menschen bei Outdooraktivitäten in Not geraten – und auf die Hilfe der Rega oder der Alpinen Rettung Schweiz angewiesen sind.

Gewitter: schnell, heftig, gefährlich

Gewitter entstehen häufig an warmen Tagen, wenn feuchtwarme Luft aufsteigt, und können sich im Gebirge innerhalb sehr kurzer Zeit entwickeln. Typische Anzeichen sind hoch aufragende Quellwolken, auffrischender Wind und ein spürbarer Wetterumschwung. Gefährlich sind aber nicht nur die Blitze: Starkregen macht Wege rutschig, Bäche schwellen an, die Erdrutschgefahr steigt, und die Sicht kann sich innert Kürze verschlechtern.

Nebel, Schneefall und Kälte – die leisen Risiken

Auch Nebel nimmt die Sicht und zudem das Zeitgefühl und die Orientierung. Das kann dazu führen, dass Wege, Abzweigungen oder Absturzstellen zu spät erkannt werden und man in gefährliches Gelände gerät. Plötzlicher Schneefall – in höheren Lagen auch im Sommer möglich – verändert schnell das Gelände, den Untergrund und die Temperaturen. In Kombination mit Wind steigt zudem das Risiko einer Unterkühlung. Richtig entscheiden macht den Unterschied Viele wetterbedingte Notlagen entstehen nicht wegen falscher Ausrüstung, sondern wegen zu späten Reagierens. Darum gilt es, das Wetter ständig im Blick zu behalten und zu beobachten: Verändern sich die Verhältnisse? Kommt Wind auf? Gibt es Anzeichen für ein aufziehendes Gewitter? Wer umkehrt, bevor es kritisch wird, entscheidet sich nicht gegen das Ziel, sondern für die eigene Sicherheit.

Wenn das Wetter zur Notsituation wird

Das Wetter spielt bei den Einsätzen der Rega eine zentrale Rolle. Schlechte Sicht, starker Wind oder Gewitter können Rettungen aus der Luft verunmöglichen oder verzögern. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zu alarmieren, wenn sich eine Situation zuspitzt. Das gilt auch, wenn man in exponiertem Gelände blockiert ist. Zögern Sie nie, die Einsatzzentrale der Rega via Alarmnummer 1414 oder Rega-App zu alarmieren! Die Einsatzleiterinnen und -leiter beraten auch telefonisch und können beurteilen, welches Vorgehen im konkreten Fall sinnvoll ist. Ist der Einsatz eines Rettungshelikopters wetterbedingt nicht möglich, kann die Rega die Bergretterinnen und -retter der Alpinen Rettung Schweiz aufbieten. Sie steigen zu Fuss auf und können auch bei schwierigen Wetterbedingungen helfen – das braucht jedoch Zeit.

Das Wetter lässt sich nicht beeinflussen, das eigene Verhalten hingegen schon. Wer Warnzeichen ernst nimmt, rechtzeitig reagiert und seine Pläne anpasst, senkt das Risiko. So bleibt das Erlebnis draussen das, was es sein soll: eine schöne Erfahrung in der Natur.