Die beiden baugleichen Rettungshelikopter gehören zu den weltweit modernsten ihrer Art. Sie bringen zahlreiche Vorteile für Patientinnen, Patienten und die Helikopter-Crews. Unter anderem verfügt der Airbus H145 D3 über eine sehr hohe Nutzlastkapazität. Dadurch hat die Crew bei Einsätzen zusätzliche Leistungsreserven. Die fünf Rotorblätter sorgen dafür, dass die Vibrationen in der Kabine nur sehr gering sind und der neu konzipierte Innenraum bietet deutlich mehr Platz als bisher. Das Kabinenkonzept wurde von einem interdisziplinären Rega-Projektteam mitentwickelt. Es bietet Patienten und Crews optimale Bedingungen und genügend Platz für medizinische Spezialausrüstung. Das Navigations- und Avioniksystem des Helikopters erlaubt künftig noch präzisere Anflugverfahren im Instrumentenflug und zusätzliche Scheinwerfer ermöglichen eine bessere Ausleuchtung von Landeplätzen im Gelände bei Nachteinsätzen.
Rega-Einsätze im Berner Oberland
Damit nach der Inbetriebnahme der Einsatzbetrieb ohne Unterbrüche fortgeführt werden konnte, hatten sich die beiden Crews in den letzten Wochen intensiv auf ihr neues Arbeitsgerät vorbereitet. Neben theoretischen Grundlagen umfasste die Vorbereitung auch Testflüge sowie praktische Übungen im Gelände. Auch verschiedene Einsatzpartner der Rega – etwa die Bergretter der Alpinen Rettung Schweiz – beteiligten sich an den Vorbereitungen.
Das breite Einsatzspektrum der Rega-Crews in Zweisimmen und Wilderswil ist aufgrund der touristischen Aktivitäten in der Region auch saisonalen Schwankungen unterworfen. So sind die Crews vor allem im Sommer und während der Wintersportsaison am stärksten gefragt. Die Zweisimmer Crew fliegt jährlich über 600 Einsätze, jene in Wilderswil über 1100 Einsätze. Um auf ein erhöhtes Einsatzaufkommen gut vorbereitet zu sein, stationiert die Rega an Spitzentagen jeweils einen weiteren Rettungshelikopter in Wilderswil. Auch diese zusätzliche Einsatzmaschine wird ab Anfang Juli ein Helikopter des Typs Airbus H145 D3 sein.
Grösstes Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Rega
Ausschlaggebend für das grösste Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Rega war die Erneuerung der Gebirgshelikopter-Flotte, bestehend aus elf Rettungshelikoptern des Typs AgustaWestland AW109 SP Da Vinci. Die beiden neuen Rettungshelikopter im Berner Oberland ersetzen deshalb auch in Zweisimmen und Wilderswil per sofort die bisherigen Einsatzmaschinen, die jeweils über 16 Jahre lang für Patientinnen und Patienten im Einsatz gestanden hatten. Mit der Einführung einer Einheitsflotte nutzt die Rega künftig auf allen Basen denselben Helikoptertyp. Diese Vereinheitlichung senkt nicht nur die Kosten für Beschaffung und Ersatzteile, sondern verringert auch den Aufwand für Training und Ausbildung der Crews erheblich. Mit der Inbetriebnahme der beiden neuen Maschinen im Berner Oberland sind nun 11 von total 14 Einsatzbasen der Rega mit einem Rettungshelikopter der neuesten Generation ausgestattet.