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Helfen, wo es Hilfe braucht


Aktuelles der Rega vom 12.12.2017

Ein letzter Flug

Auf der Strasse, in den Bergen, im Ausland – die Rega bringt medizinische Hilfe aus der Luft. Überall dorthin, wo es sie braucht. Manchmal aber steht nicht die medizinische Hilfe, sondern die Empathie, das Improvisationstalent und das Mitgefühl der Rega-Mitarbeitenden im Vordergrund. Wie in der nachfolgenden Geschichte, die alle Beteiligten zutiefst berührt hat.


Ein letzter Flug 

Der Rega-Helikopter landet auf der grossen Wiese neben einem Mehrfamilienhaus. Der Rettungssanitäter öffnet die Türe zur Kabine und lädt gemeinsam mit seinen Crew-Kollegen eine 17-jährige Patientin aus. Sie liegt auf einer Trage, zahlreiche Schläuche sind mit mehreren tragbaren medizinischen Gerätschaften verbunden. Eine mobile externe Herz-Lungen-Maschine (ECMO) sorgt dafür, dass ihr Blut mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Ohne all diese Geräte könnte die Patientin nicht leben. Durch den Vorgarten, ins Haus hinein und in die Stube trägt die Rega-Crew die Patientin. Nun ist sie zurück – in ihrem Zuhause, bei ihrer Mutter, ihrem Bruder und der geliebten Katze. Im Haus, in dem sie aufgewachsen ist. Sie war schon monatelang nicht mehr hier. Ihr Gesundheitszustand hat es nicht zugelassen, es ging ihr immer schlechter. Ihre Krankheit stellte sich im Verlauf als nicht heilbar heraus – sie wird ihren Kampf verlieren. Da äussert die junge Frau im Spitalbett den Wunsch, einmal noch ihr Daheim, ihre Katze zu sehen. Um Abschied nehmen zu können. Die Mutter spricht mit dem Behandlungsteam auf der Intensivstation. Es wird abgeklärt, ob ein Flug mit dem Rega-Helikopter infrage kommt. Die Rega gibt grünes Licht und fliegt die Patientin mit dem Personal und den Geräten der Intensivstation ins geliebte Zuhause. Nun sitzt sie mit ihrer ganzen Familie im Wohnzimmer, nimmt Abschied. Einige Zeit später startet der Rega-Pilot die Turbinen erneut, die Patientin liegt wieder auf der Trage des Rettungshelikopters und schaut aus dem Kabinenfenster. Es wird ihr letzter Flug sein.

Das Ferngespräch

Das Ferngespräch

Gemeinsam erkunden sie seit Tagen die Wanderwege der Region. Das pensionierte Ehepaar aus der Schweiz verbringt Wanderferien an der italienischen Küste. Sie geniessen das  mediterrane Klima, das feine Essen. Heute ist es besonders heiss, der Aufstieg steil. Dann passiert es: Der Mann bricht plötzlich zusammen. Die lokalen Rettungskräfte können nach ihrem Eintreffen nur noch seinen Tod feststellen. Die Frau, die soeben ihren Ehemann verloren hat, steht unter Schock. Weit weg von Zuhause, umgeben von fremdsprachigen Rettern. Offenbar wartet man auf Unterstützung von weiteren Personen, um den Verstorbenen ins Tal zu transportieren. Mittlerweile hat die Wanderin per Mobiltelefon ihren Sohn in der Schweiz kontaktiert. Dieser ruft die Einsatzzentrale der Rega an: Ob man ihr denn nicht helfen könne? Die Rega sei doch weltweit im Einsatz? Die Einsatzleiterin reagiert schnell – und muss improvisieren. Denn bei einem Todesfall im Ausland ist klar: Zu einem Einsatz der Rega wird es nicht mehr kommen, hier muss die Schweizer Botschaft übernehmen. Aber sie könne seine Mutter mit dem Sozial- und Betreuungsdienst der Rega verbinden. Dessen Leiterin ist in verschiedenen Care-Teams aktiv und zeigt viel Gespür für Menschen in schwierigen Situationen. Kurz darauf kommt die Verbindung zwischen der Frau des Verstorbenen und der Rega-Mitarbeiterin zustande. Diese hört zu, lässt sich die Situation vor Ort schildern und kümmert sich am Telefon um die Frau, die gerade auf einem Wanderweg in Italien alleine hinter den Rettern herläuft, die ihren verstorbenen Mann ins Tal tragen. Einige Wochen später, zurück in der Schweiz, meldet sich die Frau wieder beim Rega-Betreuungsdienst: Das Gespräch habe ihr in diesem schwierigen Moment der Fassungslosigkeit, Wut und Trauer sehr geholfen. 

Der grosse Fang des Tages

Der grosse Fang des Tages

Ein älterer Mann fischt an einem Steg an der Hafenmole einer Stadt im Süden Italiens: Die Rutenspitze biegt sich nach unten, er setzt den Anhieb und beginnt zu kurbeln. Das muss etwas ganz Grosses sein, der obere Teil der Rute droht unter der Belastung zu brechen. Nur langsam gelingt es ihm, die Schnur einzuholen. Dann erscheint etwas Dunkles an der Wasseroberfläche: Der Haken hat sich in einer schwarzen Reisetasche verfangen. Enttäuscht hievt er die Tasche auf den Steg, öffnet den Reissverschluss. Kleider, Schuhe und ein Portemonnaie in nassem, aber einwandfreiem Zustand finden sich darin. Auf einem Ausweis ist eine Telefonnummer aufgedruckt: +41 333 333 333. Er wählt die Nummer. «Schweizerische Rettungsflugwacht Rega, Grüezi», meldet sich die Einsatzleiterin. Sie spricht italienisch, also erzählt ihr der Fischer vom Ausweis und von seinem grossen Fang. Aufgrund der Gönnernummer identifiziert die Einsatzleiterin den Besitzer des Ausweises. Im Internet macht sie die Festnetz-Telefonnummer des Gönners ausfindig, wählt die Nummer und erreicht ihn – dank einer aktivierten Rufumleitung – glücklicherweise auf seinem Mobiltelefon. Der Rega-Gönner befinde sich gerade in den Familienferien in Italien, worum es denn ginge? «Wie bitte, unsere Tasche haben Sie gefunden?», fragt er hocherfreut. Sie sei ihm erst vor wenigen Stunden gestohlen worden. Die Einsatzleiterin organisiert umgehend eine Konferenzschaltung mit dem freundlichen Fischer an der Hafenmole, übersetzt und vermittelt zwischen den beiden. Eine Stunde später überreicht der Fischer dem Schweizer Familienvater am Hafen seine verloren geglaubte Tasche: Sie ist nass, aber der Inhalt abgesehen von einigen Euro-Noten vollständig, inklusive seiner Ausweise. Sein Ferientag nimmt ein glückliches Ende.

Keines dieser drei Ereignisse passt ins herkömmliche Schema eines Rega-Einsatzes. Für solche Vorfälle existieren keine Vorgaben, Checklisten oder  Algorithmen. Und gerade deshalb stehen sie sinnbildlich für das, was die Rega und ihre Mitarbeitenden ausmacht: der Wille, Menschen in jeder Situation zu helfen und zu unterstützen, mit denjenigen Mitteln, die zum jeweiligen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Und sei es bloss eine Telefonverbindung. 

 

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