Rega – Schweizerische Rettungsflugwacht

Aufwändige Rettung eines Gleitschirmpiloten

In einer mehrstündigen Rettungsaktion zusammen mit mehreren Rettungsspezialisten und Bergrettern des Schweizer Alpen-Club SAC evakuierte die Rega gestern bei Wolfenschiessen, NW einen Gleitschirmpiloten, dessen Schirm sich in den Kabeln einer Transportbahn verfangen hatte.

Der Alarm erreichte die Rega-Einsatzzentrale gestern kurz vor Mittag über eine Drittperson: Ein 76-jähriger Gleitschirmpilot war oberhalb von Wolfenschiessen mit seinem Schirm in die Kabel einer Transportbahn geflogen und über einem Waldstück hängen geblieben - rund 80 Meter über Boden, mehrere Hundert Meter von der Tal- oder Bergstation entfernt. Eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit dem Verunglückten bestand nicht. Die Rega-Crew der Basis Erstfeld erkannte auf ihrem Rekognoszierungsflug über der Unfallstelle, dass sie ihn nicht direkt mit der Rettungswinde evakuieren konnte. In dieser heiklen Situation hätte der Abwind des Helikopters für den in den Kabeln hängenden Gleitschirmpiloten ein zusätzliches Absturzrisiko dargestellt.

 

Rettung über mehrere hundert Meter am Seilbahnkabel entlang

Die Rettung musste über die beiden Kabel erfolgen, an denen der Schirm hing. Die Einsatzzentrale der Rega, welche den Rettungseinsatz koordinierte, bot dazu zwei Rettungsspezialisten Helikopter (RSH) auf und mehrere Bergretter des Schweizer Alpen-Club SAC, die zur Bergstation der Seilbahn gebracht wurden. Die Rega-Crew positionierte sich so, dass sie den Rettern jederzeit über Funk genaue Anweisungen zur Lage des Gleitschirms und des Piloten geben konnte. Um Schwingungen des Kabels zu vermeiden, wurde zuerst ein Funkgerät und eine Sicherungsmöglichkeit zum Gleitschirmpiloten heruntergelassen. Danach seilte sich ein RSH mehr als 500 Meter am Seilbahnkabel entlang zum Verunfallten ab, um ihn vom Schirm zu befreien und an eine Rettungswinde der Bergretter-Kollegen zu befestigen. Damit zogen sie den Piloten zusammen mit dem RSH am Seilbahnkabel entlang zur Bergstation hoch.

Gegen Abend konnte der Gleitschirmpilot schliesslich unverletzt von der Bergstation ausgeflogen werden. Für die äusserst schwierige Rettungsaktion standen neben der Rega-Crew zwei Rettungsspezialisten Helikopter (RSH) und ein halbes Dutzend Bergretter des Schweizer Alpen-Club SAC im Einsatz sowie die Kantonspolizei und ein Helikopter von Swiss Helicopter für den Personen- und Materialtransport.

 

Rega-Mediendienst
Ariane Lendenmann