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Rega – Schweizerische Rettungsflugwacht, zur Startseite

Im Ambulanzjet um die Welt

Zum Abschluss seiner Weltreise in Hawaii liegt Aaron nach einem schweren Unfall im Spital statt am Strand. Erst nach drei langen Wochen ist sein Zustand stabil genug, um ihn an Bord eines Rega-Ambulanzjets zurück in die Schweiz fliegen zu können.

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Beim Überqueren einer Strasse in Honolulu, die von einer Schnellstrasse abzweigt, geschieht es: Als Aaron schon mitten auf dem Fussgängerstreifen ist, biegt plötzlich ein Auto aus der Schnellstrasse ab und erfasst ihn seitlich. Beim Aufprall wird der 28-Jährige vor den Augen seiner Freundin zuerst auf die Motorhaube und dann gegen die Windschutzscheibe geschleudert, bevor er mit voller Wucht auf der Kante des Trottoirs landet. Das Personal des nebenan gelegenen Hotels reagiert rasch und alarmiert die Rettungskräfte, die schon kurze Zeit später an der Unfallstelle eintreffen und den jungen Zuger ins Spital bringen.

Es kann immer und überall etwas passieren

Die bangen Tage und Wochen danach hat seine Freundin Janine noch sehr präsent: «Aaron zog sich beim Unfall einen siebenfachen Schädelbruch mit Hirnblutungen, drei Halswirbelbrüche und einen Leberriss zu.» Während ihr Freund im künstlichen Koma liegt, wacht Janine rund um die Uhr an seinem Spitalbett. Sie kümmert sich um ihn, kommuniziert mit den Ärzten und dem Pflegepersonal und hält ihre beiden Familien auf dem Laufenden. Bereits wenige Stunden nach dem Unfall kontaktiert sie die Rega. «Als Gönner wussten wir, dass die Rega auch Patienten aus dem Ausland in die Schweiz zurückfliegt», sagt sie. Es sei ihnen immer bewusst gewesen, dass bei Aktivitäten wie Freeskiing oder beim Wandern jederzeit etwas schiefgehen könne. «Dass wir aber nach dem Überqueren eines Fussgängerstreifens in Honolulu auf die Hilfe der Rega angewiesen sein würden, hätten wir nie gedacht.»

Fliegende Intensivstationen

Unabhängig davon, wo auf der Welt jemand die Hilfe der Rega benötigt: Mit ihren drei Ambulanz jets, die über eine grosse Reichweite verfügen, können die Rega-Crews verletzte oder erkrankte Patientinnen und Patienten selbst aus den entlegensten Winkeln unseres Planeten schonend zurück in die Schweiz fliegen. Bevor ein Rega-Jet jedoch zu einem Einsatz abhebt, bedarf es einer gründlichen medizinischen Abklärung durch die Beratungsärztinnen und -ärzte der Rega. Sie verschaffen sich aus der Ferne ein möglichst genaues Bild vom Gesundheitszustand eines Patienten und von dessen medizinischer Versorgung vor Ort und beurteilen unter anderem, ob er überhaupt transportfähig ist.

Medizinische Abklärung

Kurz nach Janines erstem Anruf nimmt Rega-Beratungsärztin Gabriela Staub mit dem behandelnden Arzt im Spital in Honolulu Kontakt auf. Sie holt detaillierte Angaben zu Aarons Verletzungen und der Situation vor Ort ein, um abzuschätzen, ob eine Repatriierung möglich und sinnvoll ist. Aufgrund seiner schweren Schädel- und Hirnverletzungen ist Aaron jedoch noch nicht transportfähig. Fortan steht das Team der Rega-Beratungsärzte täglich mit Janine und den Ärzten vor Ort in Kontakt. So sind sie in der Lage, einzuschätzen, wann Aarons Gesundheitszustand stabil genug ist für den Transport zum Flughafen und den langen Rückflug im Rega-Jet.

Komplexe Einsatzplanung

Nach zwei Wochen auf der Intensivstation in Honolulu zeichnet sich ab, dass Aarons Gesundheitszustand eine baldige Repatriierung zulässt. Nun beginnen am anderen Ende der Welt, in der Einsatzzentrale der Rega am Flughafen Zürich, die Vorbereitungen für den langen Einsatz. Die Jet-Einsatzzentrale organisiert den Ablauf des ganzen Einsatzes im Voraus. Dafür erstellt Sabine Zahn, Einsatzleiterin Jet bei der Rega, einen detaillierten Zeitplan. Bei Ultra-Langstreckenflügen sind diese Vorbereitungen besonders komplex und umfangreich: «Bei Einsätzen in weit entfernte Länder müssen wir auch die Zwischenlandungen, bei denen der Ambulanzjet aufgetankt wird, minutiös planen.» Dafür müssen die Öffnungs zeiten des jeweiligen Flughafens berücksichtigt, Landebewilligungen organisiert und Abmachungen mit den Abfertigungsdienstleistern getroffen werden, damit die Zwischenlandung vor Ort so kurz wie möglich ausfällt. Für den Flug nach Hawaii plant die Einsatzleiterin in Absprache mit dem Dispatcher, der für die Flugplanung und -route zuständig ist, zwei Zwischenlandungen in Neufundland und Vancouver (Kanada). Als der Einsatz bereits fertig organisiert und vorbereitet ist, kommt aber noch etwas dazwischen: «Weil das Wetter plötzlich umschlug, mussten wir den ersten Tankstopp in Kanada kurzfristig von Gander ins etwa 600 Kilometer nördlich gelegene Goose Bay verlegen», berichtet die Einsatzleiterin. «Das spiegelt unseren Alltag in der Einsatzzentrale wider: Wir müssen immer flexibel bleiben und auch auf Unvorhergesehenes rasch reagieren können», sagt Sabine Zahn. «Das ist zwar herausfordernd, macht unsere Aufgabe aber besonders interessant.»

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk

Es ist sein 29. Geburtstag, als die medizinische Crew der Rega schliesslich bei Aaron im Spital in Honolulu eintrifft. Janine schmunzelt, als sie an diesen Moment zurückdenkt: «Er konnte es kaum erwarten, war aber noch ziemlich verwirrt und wollte schon Tage vorher seinen Koffer packen.» Flugarzt Florian Mayer erinnert sich: «Medizinisch ging es ihm relativ gut, und er war auch ansprechbar. Gleichzeitig war er aber sehr durcheinander, was bei Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma sehr häufig vorkommt.» Dennoch ist der Beginn der Heimreise Aarons erste bewusste Erinnerung seit dem Unfall. «Ich weiss noch, wie ich in den Jet geschoben wurde. Und aus irgendeinem Grund kann ich mich daran erinnern, dass auch eine Kaffeemaschine an Bord war», erzählt er lachend. Der anschliessende Rückflug nach Zürich verläuft reibungslos. «Aufgrund der lebensgefährlichen Verletzungen, die Aaron erlitten hatte, mussten wir ihn ständig überwachen», sagt der Rega-Flugarzt. Eine gute Arbeitsteilung zwischen ihm und der Intensivpflegefachperson sei insbesondere bei solch langen Einsätzen enorm wichtig, damit sie sich zwischen der Betreuung des Patienten und der Angehörigen auch mal kurz erholen könnten. Janine hingegen kann nach drei Wochen endlich etwas aufatmen: «Im Wissen, dass Aaron in guten Händen ist, konnte ich im Rega-Jet zum ersten Mal wieder tief und gut schlafen.» Aaron kann abgesehen von wenigen Einschränkungen mittlerweile wieder ein normales Leben führen. Ein gutes Jahr nach seinem Unfall steht er heute kurz vor dem Wiedereintritt ins Berufsleben.

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