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Rega – Schweizerische Rettungsflugwacht, zur Startseite

«Unsere Luftfahrzeuge sind fliegende Intensivstationen»

PD Dr. med. Roland Albrecht, Chefarzt der Rega und Mitglied der Geschäftsleitung, sagt, wie sich die medizinische Versorgung in der Luftrettung in den letzten 70 Jahren verändert hat und warum die Crews in medizinischen Simulationen gemeinsam für den Ernstfall trainieren.

Welche Philosophie verfolgt die Rega in Bezug auf die Medizin?
Die Rega will das Beste für ihre Patientinnen und Patienten. Was am Boden, also in einem Spital, medizinisch möglich ist, soll auch an Bord unserer Luftfahrzeuge möglich sein. Das ist eine grosse Herausforderung, weil wir hierfür immer wieder nach neuen Lösungen suchen müssen, damit die Intensivmedizin «fliegen lernt».

Welchen Herausforderungen begegnen Sie dabei?
Wollen wir medizinische Hightechgeräte, wie beispielsweise eine Herz-Lungen-Maschine, mitführen, so müssen zahlreiche Vorschriften eingehalten werden. Zum Beispiel muss gewährleistet sein, dass die Halterung eines Geräts eine bis zu 20-fache g-Kraft aushält. Die Ingenieure des Rega-eigenen Entwicklungsbetriebes unterstützen uns, damit wir solche Geräte zugunsten der Patienten einsetzen können.

Davon konnten die Rega-Pioniere nur träumen. Wie hat sich die medizinische Versorgung seither verändert?
In den ersten Helikoptern war gar kein Platz vorhanden, um medizinisches Personal mitzunehmen oder Patienten an Bord zu versorgen. Der Helikopter diente lediglich als Transportmittel. Trotzdem war das ein riesiger Fortschritt, weil die Patienten rascher im Spital behandelt werden konnten.

Der Helikopter ist doch noch immer ein Transportmittel?
Ja, aber noch viel mehr. Heute bringen wir damit die Intensivmedizin direkt zum Patienten an den Einsatzort. Unsere Notärztinnen und -ärzte beginnen vor Ort mit der Therapie und setzen dabei modernstes Einsatzmaterial und mobile Geräte ein, die auch auf Intensivstationen eingesetzt werden. Die Kabinen der Rega-­Helikopter und -Jets sind perfekt nach unseren Vorgaben ausgestattet.

Welche Versorgung ist heute an Bord möglich?
Unsere Luftfahrzeuge sind fliegende Intensivstationen. Darin können wir sogar Patienten mit schwersten Herz-Kreislauf- und/oder Lungenerkrankungen transportieren, die auf eine Maschine angewiesen sind, welche teilweise oder ganz die Atemund/oder Herzfunktion übernimmt. Die Rega war nicht nur die erste Luftrettungsorganisation, die einen solchen Transport mit ihrem Ambulanzjet auf normaler Flughöhe über den Atlantik durchgeführt hat, sondern hält auch den Rekord für den längsten solchen Transport von London nach Taiwan. 

Dies entspricht dem Grundgedanken des Rega-Gründers Dr. med. Rudolf Bucher. 
Genau. Er sagte bereits vor 70 Jahren: «Ganze Hilfe wird nur verwirklicht, wenn es gelingt, die beste personelle Ausbildung mit der besten materiellen Ausrüstung zur höchst leistungsfähigen Ganzheit zu verschmelzen.» Diesem Anspruch wollen wir gerecht werden.

Haben Sie dafür ein Beispiel?
Unsere modernen Gerätschaften und die Ausstattung der Luftfahrzeuge sind wichtig. Aber die Technik ist nur immer so gut wie der Mensch, der sie bedient. Die Aus- und Weiterbildung der Crews hat für uns höchste Priorität.

Wie bilden Sie die Crews weiter?
Wir führen unter anderem regelmässig medizinische Simulationstrainings durch. Dabei steht die optimale Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb des Teams bei der Patientenversorgung im Zentrum.

Wie sieht ein solches Training aus?
Wir simulieren Einsätze, in welchen die Crews kritische medizinische Situationen an einer Simulationspuppe trainieren, die wie ein realer Patient auf die Interventionen des Teams reagiert. Alles wird auf Video aufgezeichnet und danach Schritt für Schritt analysiert. Denn ein Team, das regelmässig gemeinsam trainiert, hat auch bei lebensbedrohlichen Situationen im realen Einsatz eine höhere Chance auf Erfolg – letztlich zum Wohl unserer Patienten.

Die Rega ist bestrebt, die medizinische Versorgung ihrer Patienten immer weiter zu verbessern. Als Forschungspartnerin der Universitätsspitäler Bern, Lausanne und Zürich treibt sie unter der Leitung des Chefarztes PD Dr. med. Roland Albrecht seit einigen Jahren medizinische Untersuchungen voran, um neue Methoden und Geräte zu prüfen und bewährte Konzepte weiterzuentwickeln. Aber auch, um ihren Beitrag zur präklinischen Notfallmedizin der Schweiz zu leisten.

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