Rega – Schweizerische Rettungsflugwacht

Marcel Kalt, Konstruktionsingenieur

Als Konstruktionsingenieur bei der Rega hat Marcel Kalt seine Berufung gefunden. Im Rega-eigenen Design- und Entwicklungsbetrieb entwirft er Lösungen nach Mass, die den Crews im täglichen Einsatz die Arbeit erleichtern.

Seit 2012 verfügt die Rega über die Zulassung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA, um kleinere Modifikationen an den Ambulanzjets und Rettungshelikoptern selbst vorzunehmen und zu zertifizieren. Dabei muss jeder Arbeitsschritt genauestens dokumentiert werden. «In der Aviatik sind die Anforderungen besonders hoch und die Auflagen komplex und umfangreich. Jeder Schalter, jedes Lämpchen, welche die Rega in einem Fluggerät neu anbringen, ändern oder entfernen lässt, muss ausführlich ausgewiesen werden», umschreibt Marcel Kalt seine Arbeit. So verbringt der Konstruktionsingenieur einen beachtlichen Teil seiner Arbeitszeit mit «Zulassungsarbeiten», wie er die akribische Dokumentation nennt. Sei es eine Halterung im Cockpit für den Tabletcomputer der Helikopterpiloten, ein Patiententransportwagen für Spitallandeplätze oder eine Befestigung für Geräte am Inkubator für Früh- und Neugeborene: «Es spielt für mich keine Rolle, wie gross oder klein das Teil ist, das ich konstruieren soll. Hauptsache ist, dass es für die Crews und Patienten Vorteile bringt.»

Der Konstruktionsingenieur wirkt seit zwei Jahren in der Projektgruppe mit, welche für die Ausstattung des neuen Rega-Helikopters H145 verantwortlich zeichnet. Mit seinen Engineering-Kollegen koordiniert er die Realisation der Kabineneinrichtung, welche von einer Schweizer Spezialfirma eingebaut und zugelassen wird. Der 36-jährige Aargauer ist seit drei Jahren Teil des Engineering-Teams der Rega. Täglich pendelt Marcel Kalt mit dem ÖV ins Rega-Center beim Flughafen Zürich und wieder zurück ins Fricktal. Dort hat er auch seine Lehrjahre zum Konstrukteur absolviert. Mit einer Weiterbildung zum Konstruktionstechniker HF und über zehn Jahren Erfahrung im Maschinenbau ergänzt er das Rega-Entwicklungsteam optimal. «Jenseits des Gubrists wollte ich nie arbeiten, das ist viel zu weit weg. Doch die Rega ist mir den weiten Weg wert», sagt er mit einem Augenzwinkern. Noch viel weiter weggehen würde er für die Verwirklichung eines persönlichen Traums: «Am liebsten möchte ich richtig gut segeln lernen – und mich dann über die Weltmeere treiben lassen.»

Ariane Lendenmann