Rega – Schweizerische Rettungsflugwacht

Pistenunfälle

Was können Sie nach einem Unfall auf der Piste tun? Wen sollen Sie alarmieren, wie am besten helfen?

 

Hand aufs Herz, wer von Ihnen hat nicht schon einmal – vielleicht auch nur ganz leise – die Vermutung geäussert, dass heutzutage schon bei jeder Bagatelle auf der Piste ein Rettungshelikopter zum Einsatz kommt? Wahrscheinlich – und das ist keine Schande – ist es den meisten schon mal so ergangen. Doch fliegt die Rega wirklich immer häufiger für verletzte Wintersportlerinnen und Wintersportler? Wen alarmiere ich, wenn ich Zeuge eines Unfalls auf der Piste werde, und wie kann ich am besten Erste Hilfe leisten?

Die Zahlen schwanken stark

Wir klären die Fragen der Reihe nach: Von den rund 2,5 Millionen Schweizerinnen und Schweizern, die Ski oder Snowboard fahren, verunfallen gemäss Analyse der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu jedes Jahr durchschnittlich 87’000 Personen auf Schweizer Pisten. Den Rettungshelikopter der Rega braucht es dabei nur in rund ein bis zwei Prozent der Fälle. Die Rega wird zwischen 1’300 und 1’700 Mal pro Jahr für verunfallte Wintersportler aufgeboten. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr, weil sie stark vom Wetter und von den Schneebedingungen abhängig sind. Auch mit Blick auf die Zahlen aller Helikoptereinsätze der Rega lässt sich keine Zunahme feststellen. Im Gegenteil: Über die vergangenen 15 Jahre ist der Anteil von Einsätzen zugunsten verunfallter Wintersportler am Gesamttotal leicht gesunken.

Im Notfall richtig reagieren

Doch genug von Zahlen und Statistiken. Falls sich trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ein Unfall ereignet, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren. Sichern Sie als Erstes die Unfallstelle, damit nachfolgende Wintersportler nicht auf den Verunfallten auffahren. Leisten Sie Erste Hilfe, und alarmieren Sie die Rettungsdienste.

Pistenrettungsdienst oder Rega

Mit dem Schlitten ins Tal oder bei schwereren Unfällen mit der Rega direkt ins Spital? Dieser Entscheid obliegt im Regelfall den Pistenrettern des jeweiligen Skigebiets. Auch wenn grundsätzlich jeder rund um die Uhr die Rega direkt alarmieren kann, macht es bei den meisten Unfällen auf Pisten Sinn, zuerst den lokalen
Pistenrettungsdienst zu Hilfe zu rufen. Die Nummer finden Sie jeweils auf Ihrem Skipass. Die Pistenpatrouilleure sind im Umgang mit medizinischen Notfällen usgebildet,
kennen die Örtlichkeiten und sind in der Zusammenarbeit mit den Rega-Crews geschult – wissen also um die Möglichkeiten und Grenzen des Rettungshelikopters.

1414, wenn jede Minute zählt

Eine Direktalarmierung der Rega über die Alarmnummer 1414 empfiehlt sich immer dann, wenn es sehr schnell gehen muss und jede Minute zählt: beispielsweise bei
Lawinenunfällen oder Unfällen respektive Erkrankungen mit akuter Lebensgefahr (Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall).

Profis wissen, was zu tun ist

Doch keine Angst, eine «falsche» Alarmierung gibt es nicht. Egal, ob Pistenrettungsdienst oder Rega – in beiden Fällen stehen Ihnen im Ernstfall Profis zur Seite, die bestens darin geschult sind, das richtige Rettungsmittel an den Einsatzort zu entsenden. Wir wünschen Ihnen eine unfallfreie Wintersportsaison, viel Sonne und beste Schneeverhältnisse.


Karin Hörhager

 

So können Sie helfen

 
  1. Absichern der Unfallstelle
    In genügendem Abstand zur Unfallstelle Skier gekreuzt einstecken und eine Person als Warner postieren.
  2. Erste Hilfe
    Allgemeinzustand der verletzten Person erfassen und für eine korrekte Lagerung, Wundversorgung und einen Kälteschutz sorgen.
  3. Alarmierung des lokalen Pistenrettungsdienstes oder der Rega Beschreiben Sie Ort und Zeit des Unfalls, Anzahl Verletzte und Art der Verletzungen. Bei lebensbedrohlichen Situationen und Lawinen: Direktalarmierung der Rega über die Alarmnummer 1414.