Schweizerische Rettungsflugwacht Rega, zur Startseite

Ihr Warenkorb ist leer.

Rega-Shop

Die unsichtbaren Routen im Himmel

Um noch mehr Patientinnen und Patienten unabhängig von den Wetterbedingungen medizinische Hilfe aus der Luft zu bringen, baut die Rega gemeinsam mit ihren Partnern das Low Flight Network (LFN) kontinuierlich aus: Ein Netzwerk aus satellitengestützten Flugrouten, das Flugplätze, Rega-Basen und Spitäler miteinander verbindet. 

Durch satellitengestützte Navigation können die Rega-Crews mittels der Instrumente im Cockpit der Helikopter vordefinierte Flugrouten präzise abfliegen. Dank dieser Technologie sind die Rega-Crews auch dann einsatzbereit, wenn die Sichtverhältnisse für einen herkömmlichen Sichtflug nicht mehr ausreichen.  

Dies ist beispielsweise im Winter bei dichten Hochnebellagen der Fall: Auf dem LFN fliegen die Rega-Helikopter sicher durch die Wolkendecke, um Patientinnen und Patienten oberhalb oder unterhalb der Nebeldecke schnellstmöglich medizinisch zu versorgen und zu transportieren.  

Meilensteine bei der Entwicklung des LFN

Am 27. Juli fliegt die Rega dank satellitengestützter Navigation erstmals das Berner Inselspital bei schlechter Sicht an.

Die ersten zwei Routen des Low Flight Network werden im Dezember 2016 für den Einsatz tagsüber offiziell zugelassen.

Per 23. Dezember erteilt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) der Rega eine Ausnahmebewilligung, um wichtige Knotenpunkte des LFN rund um die Uhr nutzen zu können.

Mit der Annahme der Motion Dittli im Parlament erhält das LFN den Status einer kritischen Luftfahrtinfrastruktur von nationaler Bedeutung, die im Auftrag des Bundes betrieben und ausgebaut wird. Der Bund übernimmt damit die Aufgabe, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Finanzierung sicherzustellen.

Am 18. Juli erhält die Rega als weltweit erster Helikopterbetreiber die Zulassung für ein neuartiges, hochpräzises Anflugverfahren an einem Spital.

Pionierarbeit für die Schweiz

Der Aufbau, die jahrelange Entwicklung und die technologische Weiterentwicklung des LFN wurden massgeblich durch die Beiträge der Rega-Gönnerinnen und  -Gönner ermöglicht. Ohne diese Unterstützung aus der Bevölkerung wären solche Innovationssprünge in der Schweizer Luftrettung nicht möglich.

Ein Beispiel dieser Pionierarbeit zeigt sich am Spital Interlaken: Am 18. Juli 2024 erhielt die Rega die Bewilligung, dort ein sogenanntes RNP-AR-Verfahren («Required Navigation Performance Authorization Required») zu nutzen. Dieser Meilenstein gelang dank der engen Zusammenarbeit zwischen der Rega, dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), den Verfahrensdesignern und dem Helikopterhersteller Leonardo.

In Kombination mit der modernen Avionik der Rega-Helikopter navigiert dieses Verfahren nochmals deutlich exakter als bisherige Anflüge.  

Doch auch dieses Verfahren hat seine Grenzen: Extrem schlechte Wetterbedingungen wie Vereisung, dichter Nebel in Bodennähe oder starke Winde können Einsätze vereinzelt weiterhin verunmöglichen.  

 

Ein nationales Gemeinschaftsprojekt 

Das Low Flight Network ist kein exklusives Netzwerk der Rega, sondern steht allen Organisationen der zivilen Luftrettung und militärischen Luftfahrt offen (sofern Piloten geschult, Helikopter IFR-zertifiziert sind und eine entsprechende Betriebsbewilligung erteilt wird). Die Weiterentwicklung des Netzwerks basiert auf dem Zusammenwirken verschiedener Partner:  

Rega und Schweizer Luftwaffe

Initiatoren, Entwickler und Hauptnutzer des Netzwerks im täglichen Einsatz.

Skyguide

Verantwortlich für die sichere Einbindung der Routen und Flugverfahren in den Schweizer Luftraum.

Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL)

Zuständig für die amtliche Prüfung und Bewilligung neuer Flugverfahren.

Der Bund

Seit 2021 Auftraggeber für die strategische Erweiterung und Finanzierung der Infrastruktur von nationaler Bedeutung.

Aktueller Stand der Entwicklung

Die Rega treibt den Ausbau des LFN kontinuierlich voran und hat zahlreiche neue An- und Abflugrouten vorbereitet. Allerdings gerät der geplante Netzausbau derzeit ins Stocken, da die formellen Prüf- und Zulassungsverfahren bei den zuständigen Stellen von Skyguide und BAZL inzwischen längere Zeit in Anspruch nehmen.

Besonders in der Westschweiz liegen fertig ausgearbeitete Routen zu Spitälern vor, die von den Rega-Crews ohne amtliche Bewilligungen derzeit noch nicht genutzt werden können. Das bedeutet, dass Patientinnen und Patienten bei schlechtem Wetter in diesen Regionen weiterhin nicht auf dem Luftweg transportiert werden können. Die Rega setzt sich intensiv dafür ein, dass diese Verfahren rasch genehmigt werden, damit das LFN lückenlos in der ganzen Schweiz zur Sicherheit der Bevölkerung zur Verfügung steht.

Medienmitteilungen, Reportagen und Videos zur Rega-Vision

Karussellsteuerung

Drei Neugeborene unter schwierigen Wetterbedingungen in Zentrumsspitäler geflogen

Schweizer Pionierleistung: Rega und BAZL erreichen weltweiten Meilenstein in der Helikopterfliegerei

Neue Bewilligung für nächtliche Instrumentenflüge in La Chaux-de-Fonds

Kaufvertrag für Rettungshelikopter aufgehoben

Ein neuer Simulator für verschiedene Helikoptertypen

Rega kann Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil ab sofort bei schlechter Sicht anfliegen

Jahresbericht 2019 der Rega

Dank Instrumentenflug: Rega fliegt Patientin trotz schlechter Sicht von Luzern nach Zürich

Retten überall - Spitalanflug nach Instrumenten

Erster Patient profitiert von neuem Anflugverfahren auf das Universitätsspital Zürich

Jahresmedienkonferenz 2019: Die neue Rega-Drohne fliegt und sucht selbständig